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Google kauft YouTube
Wie heute bekannt wurde, kauft Google für 1.65 Milliarden Dollar den Konkurrenten und Marktführer bei Internet Videos YouTube . Dies unterstreicht in eindrucksvoller Art und Weise, welchen Stellenwert Google dem rasant wachsendem Markt der Videowerbung im Internet einräumt. Google wird durch diese Übernahme auch auf diesem Gebiet die Nummer eins.

Der hohe Kaufpreis für YouTube belegt den kometenhaften Aufstieg einer neuen Generation interaktiver Internet-Seiten. Sein Mitmach-Charakter machte YouTube seit seiner Gründung in einer Garage Anfang 2005 blitzschnell zur Kultseite: Jeder kann dort selbstgemachte Videos veröffentlichen. Heute schauen sich monatlich über 70 Millionen Besucher auf der Seite täglich rund 100 Millionen Videos an. Nie zuvor wurde mehr als eine Milliarde Dollar für eine solche Website bezahlt.

Erstmals überlässt die expansionshungrige Suchmaschine Google einem Übernahmeziel seine Marke und seinen eigenen Sitz, wie die Firmen am Montagabend nach Börsenschluss bekannt gaben. Zudem behalten die rund 60 YouTube-Angestellten ihre Arbeitsplätze. "Wir wollten unabhängig bleiben", sagte der 29-jährige YouTube-Chef und -Mitgründer Chad Hurley in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. YouTube habe sich für Google entschieden, weil die Suchmaschine mit ihren Ressourcen ungeahnte Möglichkeiten und gleichzeitig Selbstständigkeit für YouTube biete.

Branchenexperten warnten, Medienfirmen könnten die Übernahme als Einladung für Klagen betrachten. Musik- und Filmfirmen werfen YouTube eine Verletzung von Urheberrechten vor, weil auf dem Portal auch von Nutzern eingestellte Video-Raubkopien abgerufen werden können. Erst Stunden vor Bekanntgabe der Übernahme gaben Google und YouTube eine Reihe von Vertriebsverträgen mit Warner Music, Sony BMG und Universal bekannt. Diese könnten in letzter Sekunde juristische Hindernisse beseitigt haben. YouTube-Chef Hurley sagte, die Verhandlungen mit Hollywood-Firmen seien in vollem Gange.

Den Marktanteil von YouTube bei Internet-Videos beziffern Marktforscher auf knapp 50 Prozent. Wichtigste Konkurrenten sind das zu Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp gehörende Portal MySpace mit 22 Prozent und das Google-Videoangebot mit elf Prozent Marktanteil. Google-Chef Eric Schmidt sagte, die YouTube-Übernahme sei Teil einer breit angelegten Strategie, in den wachsenden Markt für Videos im Internet zu investieren.

Bei Video-Werbung ist Google deutlich hinter Marktführer Yahoo zurückgefallen, dem ebenso wie Microsoft und anderen Branchenriesen Interesse an YouTube nachgesagt wurde. Die Kombination von YouTube mit der riesigen Werbe-Maschine von Google bietet nach Einschätzung von Branchenexperten ein enormes Potenzial. Deshalb erreichte die Google-Aktie auch im Sog der Übernahme den höchsten Stand seit Ende April. Bereits am Freitag gab es erste Gerüchte über die Übernahme. Seitdem ist Google an der Börse rund sechs Milliarden Dollar wertvoller geworden - mehr als drei Mal so viel wie der Kaufpreis für YouTube.

 (Quelle: Reuters)

 
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